Bauchnabel

Bauchnabelpflege nach Ayurveda: Ein kleines Ritual mit großer Wirkung

Der Bauchnabel ist wahrscheinlich einer der Körperbereiche, über den wir im Alltag am wenigsten nachdenken.

Dabei ist er anatomisch betrachtet ein faszinierendes Überbleibsel unserer allerersten Verbindung zum Leben.

Im Mutterleib wurden wir über die Nabelschnur versorgt. Nach der Geburt bleibt der Bauchnabel als kleine Narbe zurück – und erinnert uns daran, wo unser Leben einmal begonnen hat.

Auch im Ayurveda wird der Bereich rund um den Bauchnabel traditionell besonders beachtet.

Dort liegt nach ayurvedischer Vorstellung ein wichtiges Zentrum für Verdauung, Stoffwechsel und Körperenergie.

Eine einfache Form der Selbstfürsorge ist deshalb die regelmäßige Bauchnabelpflege mit Öl.

Bauchnabelpflege im Ayurveda – was steckt dahinter?

Im Ayurveda spielt Öl eine außergewöhnlich wichtige Rolle.

Es wird für Massagen, Hautpflege und zahlreiche traditionelle Anwendungen verwendet.

Besonders häufig kommen Sesamöl, Kokosöl und Ghee zum Einsatz.

Der Bauchnabel selbst wird dabei nicht als „Einfallstor“ verstanden, durch das große Mengen Öl in den Körper gelangen und anschließend bestimmte Organe gezielt versorgen.

Solche Versprechen, die man gelegentlich im Internet liest, sind wissenschaftlich nicht belegt.

Die traditionelle ayurvedische Sicht ist vielmehr eine andere:

Der Nabelbereich wird als wichtiges Zentrum betrachtet und mit Wärme, Ernährung, Verdauung und innerer Balance verbunden.

Und allein die bewusste Berührung dieses Körperbereichs kann ein schönes Ritual der Körperwahrnehmung sein.

Welches Öl eignet sich?

Sesamöl

Sesamöl ist im Ayurveda ein klassisches Massageöl.

Es wird als warm, nährend und Vata-ausgleichend beschrieben.

Besonders schön ist es daher für:

  • trockene Haut

  • Vata-dominierte Menschen

  • kalte Jahreszeiten

  • Menschen, die Wärme und Erdung suchen

Kokosöl

Kokosöl wird traditionell als eher kühlend beschrieben.

Es passt deshalb besonders gut zu warmen Temperaturen und wird im Ayurveda häufig bei Pitta-orientierter Pflege eingesetzt.

Ghee

Auch Ghee, das ayurvedische Butterschmalz, wird traditionell für bestimmte äußere Anwendungen verwendet.

Es ist sehr nährend und reichhaltig.

Für die einfache tägliche Bauchnabelpflege würde ich allerdings eher zu einem hochwertigen Pflanzenöl greifen.

So funktioniert die Bauchnabelpflege

Die Anwendung ist denkbar einfach.

Du brauchst:

  • ein hochwertiges Pflanzenöl

  • eventuell eine kleine Schale

  • ein warmes Handtuch

Schritt 1: Öl erwärmen

Gib wenige Tropfen Öl in deine Handfläche.

Wenn du möchtest, kannst du es leicht zwischen den Händen erwärmen.

Es sollte angenehm warm sein – niemals heiß.

Schritt 2: Bauchnabel pflegen

Gib ein bis wenige Tropfen in den Bauchnabel und massiere den Bereich ganz sanft.

Du kannst dabei kleine kreisende Bewegungen machen.

Nicht drücken.

Nicht tief in den Bauchnabel hineinreiben.

Schritt 3: Umgebung einbeziehen

Noch schöner wird das Ritual, wenn du nicht nur den Bauchnabel selbst, sondern auch die Bauchregion rund um den Nabel mit einbeziehst.

Lege anschließend für einige Atemzüge beide Hände auf den Bauch.

Atme ruhig ein und aus.

Spüre die Wärme deiner Hände.

Das klingt unspektakulär?

Vielleicht.

Aber genau darin liegt die Schönheit solcher Rituale.

Du hältst für einen Moment inne und richtest deine Aufmerksamkeit auf einen Körperbereich, den du normalerweise völlig ignorierst.

Kann ich ätherische Öle verwenden?

Hier würde ich vorsichtig sein.

Ätherische Öle sollten nicht einfach unverdünnt in den Bauchnabel gegeben werden.

Sie sind hochkonzentriert und können Hautreizungen oder allergische Reaktionen verursachen.

Für eine einfache tägliche Bauchnabelpflege brauchst du sie überhaupt nicht.

Wenn du mit ätherischen Ölen arbeiten möchtest, sollten sie immer entsprechend verdünnt und passend zur individuellen Situation ausgewählt werden.

Gerade bei empfindlicher Haut, Allergieneigung, Schwangerschaft oder bestimmten Erkrankungen ist fachkundige Beratung sinnvoll.

Was sagt die Wissenschaft?

Hier möchte ich bewusst ehrlich mit dir sein.

Die traditionelle ayurvedische Bauchnabelpflege ist ein schönes Selbstfürsorgeritual. Für die Vorstellung, dass wenige Tropfen Öl im Bauchnabel gezielt beispielsweise Leber, Gelenke, Hormone oder bestimmte Organe beeinflussen, gibt es keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege.

Das bedeutet aber nicht, dass das Ritual wertlos ist.

Wärme, Berührung, Massage und bewusste Atmung können sehr wohl zur Entspannung und Körperwahrnehmung beitragen.

Und manchmal brauchen wir gar nicht für alles eine spektakuläre Wirkung.

Manchmal tut etwas gut, weil wir uns damit gut um uns kümmern.

Wann solltest du auf Bauchnabelöl verzichten?

Bei einem entzündeten, nässenden oder verletzten Bauchnabel solltest du kein Öl auftragen.

Auch bei:

  • offenen Stellen

  • Hautausschlag

  • Schmerzen

  • ungewöhnlichem Geruch oder Sekret

sollte zunächst die Ursache abgeklärt werden.

Bei anhaltenden Beschwerden bitte ärztlich untersuchen lassen.

Ein kleines Ritual für den Abend

Die Bauchnabelpflege eignet sich wunderbar für den Abend.

Mach es dir gemütlich.

Gib ein paar Tropfen warmes Öl in deine Hand.

Massiere deinen Bauchnabel und die Umgebung.

Lege anschließend beide Hände auf den Bauch und nimm fünf langsame Atemzüge.

Mehr musst du nicht tun.

Vielleicht wird daraus dein persönlicher kleiner Moment zwischen „Der Tag ist vorbei“ und „Jetzt darf ich loslassen.“

Ein kleiner Vorgeschmack auf deine Ayurveda-Kur

Die Bauchnabelpflege ist nur ein winziger Baustein einer ayurvedischen Kur.

In meinem Workbook findest du viele weitere Anwendungen, die du ganz nach deinen persönlichen Bedürfnissen auswählen kannst – unter anderem Abhyanga, Kopfmassage, Fußmassage, Zungen-, Ohren- und Nasenpflege, Garshan, Meditation, Atemübungen und Bewegung.

Dazu kommt die ayurvedische Ernährung mit Dosha-Grundlagen, Rezepten, Gewürzkunde und einer Anleitung, wie du deine persönliche Kur zusammenstellst.

Du musst dafür weder dein Leben umkrempeln noch Ayurveda perfekt beherrschen.

Du darfst einfach anfangen.

Mit einem kleinen Ritual.

Mit fünf Minuten Zeit.

Mit der Entscheidung, deinem eigenen Körper wieder ein bisschen genauer zuzuhören.

Über mich

Ich bin Martina, Wellness- und Naturtherapeutin und Gesundheitscoach. Für mich bedeutet WellAging nicht, den Körper möglichst lange jung aussehen zu lassen.

Es bedeutet, gesund, kraftvoll und mit Freude älter zu werden.

Ayurveda ist dabei für mich ein wunderbarer Weg, wieder bewusster wahrzunehmen, was unser Körper braucht – und ihm genau das zu geben.

Folge mir auf Instagram 🌿

Du liebst Natur, Heilpflanzen, kleine Auszeiten und die besonderen Momente am Wegesrand?

Auf meinem Instagram-Kanal nehme ich dich mit in meine Welt aus Wildkräutern, Naturwissen, WellAging und achtsamen Impulsen für Körper, Geist und Seele.

Dich erwarten:
🌿 Gedanken am Wegesrand
🌸 heimische Heilpflanzen und ihre Geschichten
🍃 natürliche Impulse für mehr Wohlbefinden
☀️ kleine Rituale für mehr Energie und Balance
🐾 Spaziergänge durch die Natur und Momente zum Innehalten

Die Natur schenkt uns jeden Tag kleine Botschaften. Manchmal müssen wir nur wieder lernen, hinzusehen.

Ich freue mich, wenn du mich auf diesem Weg begleitest. 💚

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen